"Belvedere", 2002
 
Belvedere
Köln 2002
 


Ortsbezogene Fotoinstallation in einem Container, EXISTART-Container,
Rechtsrheinischer Brückenkopf der Hohenzollernbrücke
im Rahmen der Internationalen Photoszene Köln, September 2002

     
Material und Maße: Color-Display-Diapositiv im Leuchtkasten
Gesamtmaß 203 cm (L) x 135 cm (H) x 27 cm (T)
Color-Display-Diapositiv auf Duratrans, matte UV-
Schutzfolie, Holz, Lack, Acrylopalglas, Leuchtstoffröhren
 
 

Der Übersee-Container des Berliner Existart-Projekts wurde an exponierter Stelle am Kölner Rheinufer platziert: Der rechtsrheinische Brückenkopf der Hohenzollernbrücke bietet einen der schönsten Ausblicke auf Dom und Altstadt. Der feste Standort enthob den Container für die Zeit der Ausstellung von seiner Funktion als Durchgangsraum, als reine Transportverpackung für Waren und Güter. Die schöne Kulisse wurde zunächst ignoriert: Die Arbeit bespielte den Innenraum des Containers und sich doch der Umgebung bewußt.

Die Besucher betraten das Innere durch einen schmalen Einlaß in einem Vorhang. Das Tageslicht blieb ausgesperrt und die Umgebung, besonders geprägt durch die vorbeifahrenden Züge, war allein, doch äußerst, präsent durch ihre Geräusche wahrnehmbar. Die Besucher sahen sich in dem kargen, gleichförmigen Innenraum einem einzigen großformatigen Bild gegenüber. Es war ein Display-Diapositiv in einem Leuchtkasten an der dem Dom zugewandten Längsseite des Containers - eine Störung im Gefüge und die einzige Lichtquelle. Das Foto zeigt im Vordergrund eine Gardine mit lockerem Faltenwurf in warmtonigem Licht; sie scheint sich zu bewegen. Im Hintergrund öffnet sich die blaue Weite einer Landschaft am Meer, die sich in der Unschärfe verliert. Die Ruhe im Inneren verhielt sich diametral zu dem Getöse der Außenwelt.

Der Leuchtkasten simuliert ein Fenster. Die wellenförmige Struktur der Außenwand erfährt in den Falten der Gardine ihre Auflösung. So öffnet sich der Innenraum an dieser Stelle in eine fiktive Außenwelt und wird doch zugleich als Umraum definiert. Die schöne Kulisse wird negiert. Die Fotoinstallation ist eine atmosphärische Arbeit zu Grenzen und Weite, zu Stillstand und Fortschreiten, zu Beschränkungen und Möglichkeiten und zur Möglichkeit der Auflösung von Einschränkungen.

   
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